Blütenpollen

Allgemeine Aufschlüsselung der Blütenpollen-Inhaltsstoffe

Blütenpollen Inhaltsstoffe

Der Begriff „Pollen“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet in etwa „Staubblatt“. Bevor wir uns der genauen Inhaltszusammensetzung widmen, möchte ich kurz die Unterschiede der Blütenzusammensetzungen erläutern.

Die männliche Blüte enthält einen Staubbeutel, der sich bei der Reifung öffnet und daraufhin den Pollen freigibt.

Das Pollenkorn selbst ist aus unterschiedlichen Schichten gebildet:

Die Außenschicht

Diese Schicht besteht aus einem wachsartigen Fettsäureester und ist vergleichsweise robust. In älteren Erdschichten lassen sich Pollen über einen sehr langen Zeitraum nachweisen. In der Paläontologie (Lehre von den Tieren und Pflanzen vergangener Zeitalter) und in der Paläobotanik (Lehre von den Pflanzen in vergangenen Zeitaltern) wird der abgelagerte Pollen daher benutzt, um die Pflanzenzusammensetzung früherer Erdzeitalter zu bestimmen.

Die Innenschicht

Die Innenschicht des Pollens umschließt die männliche Keimzelle mit dem Pollenschlauch.

Aussehen der Pollenkörner

Die Gestalt und das Aussehen der Körner unterscheiden sich je nach Pflanzenart mitunter deutlich. Oberflächenstrukturen können gezackt, porig oder rillig sein. Häufig finden sich Ausbeulungen, Vertiefungen oder Zuspitzungen an bestimmten Stellen. Miteinander verwandte Pflanzen weisen jedoch meistens ähnliche Pollenformen auf. Auch die Größe kann sehr unterschiedlich ausfallen.

Der Pollen des Vergissmeinnicht ist zum Beispiel sehr klein (2 µ).
Der Pollen der Wunderblume ist dagegen extrem groß (250 µ).

Ein gewöhnliches Bienenvolk verbraucht in einem Jahr etwa 30–50 Kilogramm Blütenpollen, da dieser die einzige Eiweißgrundlage der Fluginsekten darstellt.

Auflistung der Inhaltsstoffe

Weil die Zusammensetzung der Pollen hinsichtlich ihres Inhalts stark variiert, sind die folgenden Werte als Durchschnittswerte zu verstehen.

  • 11–35 % Eiweiß (darunter alle auch vom Menschen benötigten essenziellen Aminosäuren)
  • 1–22% Fette, meist mehrfach ungesättigte Fettsäuren
  • 1–37 % Kohlenhydrate (bei handgesammelten Blütenpollen)
    (20–48 % Kohlenhydrate bei gehöselten (bienengesammelten) Blütenpollen)
  • 1–8 % Asche (Kalium, Magnesium, Eisen, Kalzium, Silizium, Mangan, Kupfer, Schwefel, Phosphor, Chlor)
  • 20–30 % Wassergehalt bei frischen Blütenpollen
  • ca. 30 % unbestimmter Rest

Quelle: lwg.bayern.de, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Fachzentrum Bienen.

Vitamingehalt

Provitamin A, B2, C, weniger: Vitamin D, E, B1, H, B6, K, Nikotinsäure, Pantothensäure, Biotin, Folsäure

Antibiotische Stoffe

Im Blütenpollen sind zudem antibiotisch wirkende Stoffe enthalten, die eine konservierende Eigenschaft besitzen und den Stoffwechsel bestimmter Mikroorganismen hemmen. So können Antibiotika der Vermehrung und dem Fortbestehen bestimmter Bakterien (z. B. Salmonellen – Escherichia coli) entgegenwirken.

Giftstoffe

Im Blütenpollen können auch Giftstoffe enthalten sein, beispielsweise botanisch bedingte Inhaltsstoffe, die sich auf die jeweiligen Pflanzen zurückführen lassen, von denen der Blütenpollen stammt, z. B. Hahnenfuß (Ranunculus montanus – Auslöser der Bettlacher Maikrankheit). Auch aus der Umwelt können die in den Pollen möglicherweise enthaltenen Gifte stammen. Je nachdem, wo der Blütenpollen gesammelt wird, können auch Pflanzenschutzmittel eine Quelle für Giftstoffe sein.

Ernte von Blütenpollen

Für die Bienen sind im Blütenpollen alle lebensnotwendigen Bausteine enthalten. Der Nährwert variiert je nach Herkunft und genauer Zusammensetzung der besuchten Pflanzen.

Geerntet werden kann der Blütenpollen mit einer Pollenfalle (z. B. mit einem Abstreifgitter oder einem Lochblech), entweder direkt vor dem Flugloch unter dem Volk (anstelle des Bodenbretts) oder über dem Volk (Deckelflugloch). Entnommen werden sollten nicht mehr als 100 Gramm täglich. Die Menge variiert und ist je nach Bienenvolk, Jahreszeit und Konstitution unterschiedlich. Geerntet werden sollte nur in einer Zeit, in der ein großes Blütenpollenangebot in der Natur vorkommt. Also hauptsächlich im Frühjahr in der Zeit zwischen April und Juli.

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Annette

    22. März 2013 auf 12:57

    Blütenpollen habe ich auch in meinem Ernährungsplan und kann nur Positives berichten. LG

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