Natur

Belastete Pollenproben mit Spitzenwerten

Rapsfelder im Frühsommer

Die drastische Belastung einer Pollenprobe in Rheinland-Pfalz gab vor einiger Zeit Grund zu größerer Besorgnis. Weitere Untersuchungen zeigten, dass sich das Problem in den Folgejahren sogar noch verschärfte. Offenbar wurden trotzdem keine konkreten Schritte zu einer Verbesserung der Situation unternommen. Sowohl Landes- als auch Umweltministerium konnten dieses Problem nicht lösen. Daher wendete sich vor einigen Tagen der Imkerverband Rheinland-Pfalz in einem offenen Brief an die Ministerpräsidentin. Erschienen ist dieser Brief in der Eifler Zeitung. (7. Januar 2020)

Das Problem

Im Jahre 2016 wurde durch das deutsche Bienenmonitoring eine von Honigbienen gesammelte Blütenpollenprobe ausgewertet. Die Laboranalyse zeigte Belastungen von 34 verschiedenen Pflanzenschutzwirkstoffen. Offensichtlich wurden diese Stoffe durch die Landwirtschaft auf Raps, Spargel, Obstbäume und andere Pflanzen in der Umgebung ausgebracht. Da Blütenpollen den Honigbienen und anderen Insekten als Nahrung für ihre Nachkommen dienen kann eine Belastung drastische Folgen für die onehin belastete Gesundheit der Tiere haben. In diesem Zusammhang wurde das Problem 2017 im Umweltministerium erörtert. Dort kamen weitere Details zur Sprache. So sollen 96% der damals untersuchten Proben belastet gewesen sein und diese jeweils bis zu 34 Pestizide enthalten haben.

Weitere Untersuchungen

Nach diesen drastischen Werten sah sich das Landwirtschaftsministerium veranlasst weitere Untersuchen an dem Standort in Ingelheim (Rheinland-Pfalz) durchzuführen. Infolgedessen wurden noch einmal deutlich höhere Werte als in der bundesweiten Spitzenprobe gemessen.

Überregionale Berichterstattung

Zahlreiche Medien berichteten über die genommenen Spitzenproben. Unter anderem ist von SWR-Landesschau, der Rheinzeitung, Süddeutscher Zeitung und anderen die Rede.

Doch auf Seite des Landwirtschafts- und Umweltministeriums wurden keine wirkungsvollen Maßnahmen beschlossen. Seitens des Landwirtschaftsministerium äußerte man sich offenbar nun beschwichtigend: «Das Spektrum der Funde in den Pollen bildet den bestimmungsgemäßen Einsatz der Pflanzenschutzmittel in den angebauten Kulturen ab».

Forderung nach Dialog

Der Imkerverband rief nun in seinem offenen Brief dazu auf den Dialog zwischen Landwirtschaf, Imkern und Umweltschützern weiterzuführen und ein verbessertes Monitoring durchzuführen um die Problemursache weiter einzugrenzen und Hotspots wie dem in Ingelheim entgegenzuwirken. Offenbar werden in Rheinland-Pfalz nur Proben an 7 Standorten genommen, wobei diese in Bezug auf ihre Pestizidbelastung sehr variabel ausfallen und manche Standorte auch nur geringe oder sogar vollkommen rückstandsfreie Werte aufweist. Insbesondere bezogen auf den Standort würde ich mir weitere Erkenntnisse erhoffen. Weshalb gibt es gerade dort so eine hohe Belastung durch unterschiedlichster Stoffe?

Quellenangabe

Der offene Brief des Imkerverband Rheinland-Pfalz e.V. an die Ministerpräsidentin von Rheinland Pfalz ist in der Eifelzeitung erschienen:
https://www.eifelzeitung.de/

Auch die Rhein-Zeitung berichtete darüber.

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