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Sind Honigbienen mit regionaler Abstammung gesünder als Importe?

Honigbienen mit regionaler Abstammung

Honigbienen mit regionalen Wurzeln kommen im Überlebenskampf besser zurecht als importierte Honigbienen aus fremden Umgebungen. Dies beweist eine neue Studie, die in einer Sonderausgabe des „Journal of Apicultural Research“ veröffentlicht wurde.

Internationale Bienen bestellen

Bereits seit dem Jahre 1886 werden Bienenköniginnen von Züchtern per Kurier an Imker verschickt. Heute sind das jährlich ungefähr eine Million Bienenköniginnen, die auf diesem Wege zu Emfängern auf der ganzen Welt verschickt werden.

Nun haben Wissenschaftler in einer Untersuchung festgestellt, dass es Bienen die sich bereits an ihre lokale Umwelt anpassen konnten, viel besser ergeht als Bienen, die aus anderen Umgebungen importiert wurden. Wechselwirkungen zwischen Erbgut und Umwelt wurden miteinander verglichen um eine Aussage darüber treffen zu können inwieweit sich Honigbienen an ihre lokale Umwelt anpassen können.

„Viele Imker glauben heute, dass es am besten sei, Königinnen von außerhalb zu kaufen, anstatt die Königinnen, die sie in ihren eigenen Bienenstöcken haben, weiterzuverwenden.“

wird der leitende Wissenschaftler Per Kryger von der Abteilung für Agrarökologie an der Universität Århus zitiert.

„Es gibt jedoch zunehmend Anzeichen dafür, dass der weltweite Handel mit Honigbienen nachteilige Auswirkungen auf ihr Immunsystem hat, einschließlich der Ausbreitung neuer Krankheiten und Schädlinge.“

Studiendurchführung

Die Studie wurde insgesamt mit 621 Honigbienenvölkern aus 16 verschiedenen genetischen Ursprüngen durchgeführt. In 11 europäischen Ländern wurden Bienenstöcke mit jeweils einem einheimischen Stamm und zwei ausländischen Bienenstämmen aufgestellt.

Die folgenden Themen hatten den größten Einfluß auf das Überleben der Bienen:

  • Eine Infektion mit Varroamilben
  • Probleme mit den Königinnen
  • Infektion mit der Krankheit Nosema

Bienenvölker mit Königinnen aus der lokalen Umgebung hatten bei der Untersuchung im Durchschnitt eine 83 Tage höhere Lebenserwartung als Kolonien mit Königinnen aus fremden Gebieten. Anhand der Untersuchung ließ sich klar erkennen, dass die einheimischen Bienen länger und gesünder lebten als die Importierten.

Die Wissenschaftler berichteten weiter, dass kein einzelner Faktor verantwortlich gemacht werden konnte, welcher dann den lokalen Bienen den Überlebensvorteil verschaffen würde. Es scheint sich stattdessen um eine kompliziertere Wechselwirkung zwischen mehreren Faktoren zu handeln.

Probleme durch Importbienen

Nicht nur durch Begleitschädlinge und Krankheitserreger können Schäden durch importierte Königinnen entstehen. Unvermeidlich ist es auch, dass eingeschleppte Bienen die genetische Integrität der lokalen Populationen belasten. Die Ausbreitung importierter Gene und die daraus resultierende Abnahme der gesamten genetischen Vielfalt wird für das Überleben der Tiere als nicht allgemein vorteilhaft angesehen. Da sich schlecht angepasste Gene weiterbreiten, kann dieser Prozess sogar zum kurzfristigen Verlust ganzer Bienenvölker beitragen.

Fazit

Die neuen Ergebnisse zeigen, dass es sich für die Bienengesundheit als Vorteil erweisen kann, eigene Zuchtprogramme mit lokalen Honigbienen durchzuführen, anstatt immer neue Königinnen zu importierten. Diese Vorgehensweise würde außerdem dazu beitragen, die natürliche Vielfalt aller vorhandenen Bienenvölker zu erhalten. So ließe sich womöglich der komplette Zusammenbruch einiger Bienenvölkern verhindern und damit eine langfristige kontinuierliche Anpassung an veränderte Umweltveränderungen zu ermöglichen.

Quelle:

Details zu dieser Studie bei sciendo.

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