Natur

Honigbienen stammen ursprünglich nicht aus Afrika

Honigbienen stammen hochwahrscheinlich aus Asien

Im Fachmagazin Nature Genetics wurde kürzlich eine Studie veröffentlicht, in der Forscher die erste globale Genomanalyse der Honigbienen präsentierten. Die Ergebnisse der Universität Uppsala (Schweden) zeigten eine überraschend hohe genetische Vielfalt und legen nahe, dass die Honigbienen nicht in Afrika ihren Ursprung haben, sondern wahrscheinlich aus Asien stammen.

Stammbaum heutiger Honigbienen

Die Forscher rekonstruierten als Grundlage ihrer Studie einen ursprünglichen Stammbaum aus den Genomsequenzen heutiger Bienen. Die neue Erkenntnis, dass die Honigbiene ihren Ursprung nicht wie bisher angenommen auf dem afrikanischen Kontinent hat eröffnet Raum für weitere Thesen bezüglich der Verbreitung heutiger Honigbienen und ihrer Anpassung an unterschiedlichste Lebensbedingungen auf der ganzen Welt.

Ursprung der ersten Honigbienenvölker

Eine weitere Überraschung aus der durchgeführten Studie zeigt, dass Honigbienen ursprünglich aus einer uralten Linie von Höhlenbienen abstammen, die vor ungefähr 300.000 Jahren aus Asien nach Europa kamen und sich erst anschließend weiter nach Afrika ausbreiteten.

Bienensterben in Relation

Das massenhaftes Aussterben ganzer Honigbienenvölkern gerade in den letzten Jahren geben uns Anlass zur Sorge. Heutige Honigbienen leiden bekanntlich unter allerhand Krankheiten, Umweltverschmutzungen und Umweltgiften. Um derartige Negativeinflüsse zu identifizieren und zu beseitigen, ist es wichtig, die Evolutionsgeschichte der Honigbiene zu begreifen. Erst so lässt sich verstehen mit welchen Methoden die Honigbiene sich evolutionsbedingt auf der ganzen Welt an unterschiedlichste Umgebungen anpassen konnte.

Im Gegensatz zu anderen Tierarten weisen Honigbienen eine größtmögliche genetische Variabilität auf, da sich heutige Bienen in ihrer langen Evolutionsgeschichte aus verschiedenen Teilen der Welt vermischt haben.

Bienen und Klimaveränderungen

In den Mustern der Genomvariationen verborgen sind außerdem Hinweise darauf, dass historische klimatische Veränderungen die Honigbienenpopulationen in ihrer Entwicklung schon immer stark beeinflussten. Während der Eiszeiten sind die Bienenbestände in Europa stark geschrumpft, während afrikanische Populationen in dieser Zeit stark zugenommen haben. Dort waren die Umweltbedingungen für die Honigbienen zu diesem Zeitpunkt günstiger.

Fazit

Die Ergebnisse offenbaren uns neue Einblicke in die Evolution der Honigbienen und ihre Fähigkeit zur genetischen Anpassung. Damit vergrößern die Wissenschaftler den uns zur Verfügung stehenden Blickwinkel mit dem wir die biologischen Mechanismen sehen und verstehen können. Dazu zählen auch moderne Krankheitsresistenzen und mögliche klimatische Anpassungen.

Quellenangabe

Mehr zu den Forschungsergebnissen und der durchgeführten Studie finden Sie hier: nature.com

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