Bienen

Bienensterben

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Das European Academies Science Advisory Council, dass die EU auch in biologischen Fragen berät spricht schon jetzt von einem nahen „Bestäuber-Defizit“. Der Koordinator des Deutschen Bienenmonitorings Herr Peter Rosenkranz sprach in einem Fachartikel kürzlich von einem dramatischen Rückgang an Arten- und Individuenzahl.

Chemisch fraglich ist auch nach wie vor welchen Einfluss Pestizide eigentlich auf Kleinstlebewesen haben. Wie schaffen es diese nikotinähnlichen synthetischen Substanzen in winzigsten Konzentrationen, das ansonsten so robuste und flexible Bienengehirn dermaßen zu stören, dass die Funktion nicht aufrechterhalten werden kann und in dessen Folge nach wie vor viele Bienenarten vom Aussterben bedroht sind.

In Nordamerika versprüht man zum Schutz vor dem Zika-Virus vor allem ein Phosporsäurenestergemisch namens Naled, das regelmäßig auf mehr als sechs Millionen Hektar zur Mückenabwehr eingesetzt wird. In Fachkreisen nennt man solche Maßnahmen auch gerne „Nuclear Option“, denn ihre Auswirkungen ähneln einem Atomschlag auf die Insekten. Honigbienen werden stark dezimiert oder regelrecht ausgelöscht. Man kann kaum erahnen, wieviele Völker dadurch in den letzten Jahren ausgestorben sind. Ganz zu schweigen von den solitär lebenden Arten.

Bienen, die sich überwiegend in konventionell bewirtschafteten Agrarlandschaften bewegen sind deutlich geringeren Pestiziddosen ausgesetzt. Das Saatgut wird dazu häufig mit Neonicotinoide behandelt. Der Verzehr solcher Pflanzen führt dann zum Sterben der sogenannten Schadinsekten wie etwa Blattläuse. Die Theorie besagt, dass die Pollen und der Nektar einer derart behandelten Pflanze zu geringe Mengen dieser Stoffe enthält um für die Bienen tödlich zu sein.

Man kann jedoch annehmen, dass dieser Einfluss in Kombination mit anderen Umweltbelastungen und bekannten Parrasiten, wie der Varroa-Milbe eine Gefahr für das Überleben der Bienen darstellt. In Deutschland wurde die Nutzung daher inzwischen eingeschränkt. Wintergetreide darf somit nicht mehr mit Clothianidin, Imidacloprid oder Tiamethoxam behandelt werden.

Einige Forscher behaupten dass die Bienen ähnlich nikotinsüchtigen Rauchern von diesen Substanzen abhängig werden können. Dies ist jedoch noch nicht hinreichend belegt worden. Bienen, die einer solchen Sucht verfallen würden dann besonders solche Pflanzen aufsuchen, die diese Substanzen abgeben. Auch kleinste Mengen wirken allerdings auf die Binen und können ihr Immunsystem stören oder ih Orientierungsvermögen massiv beeinträchtigen. Und eine Biene, die nicht mehr nach Hause findet hat in der Umwelt keine großen Überlebenschancen. Besonders hart betroffen sind Bienen mit zahlenmässig kleineren Völkern wie etwa Hummeln oder manche Solitärbienen. Diese Bienen lassen sich jedoch viel schwierige beobachten, so dass man ihr Sterben vielleicht nichteinmal bemerkt.

Wenigstens die Zahl der Honigbienenvölker hat sich in den vergangenen Jahren jedoch erfreulicherweise wieder erholt.

 

 

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