Natur

Insektenhotels für Bienenfreunde

Erfreulicherweise möchten seit einigen Jahren auch Menschen die nichts mit der Imkerei zu tun haben einen Beitrag leisten und Insekten und Bienen helfen. In diesem Blogbeitrag möchte ich einmal auf die sogenannten Insektenhotels eingehen, die seit einiger Zeit in großen Stückzahlen in Supermärkten und Discountern verkauft werden. Diese Unterkünfte enthalten meist unterschiedliche Materialien, Höhlen, Rohre, Tannenzapfen usw, in die sich verschiedene Arten einnisten können. Dazu inwieweit diese unterschiedlichen Arten dann tatsächlich direkt nebeneinander einziehen kann ich selbst keine Aussage treffen.

Natürliche Insektenbehausungen im Garten

Ich selbst habe bei uns einen Stapel Feuerholz und einige selbstgebaute Ziegelsteine im Garten. Dort sind tatsächlich unterschiedliche Insekten vorhanden, die neben-, über- und untereinander in Holzspalten, unter der Rinde und in Zwischenlücken wohnen.

Ein großzügiges Insektenhotel am Waldrand.

Ein größeres Insektenhotel welches von der lokalen Gemeinde am Waldrand aufgestellt wurde habe ich bisher nur leer aufgefunden. Dies mag mit der Ausrichtung zu tun haben. Diese sollte nach Süden erfolgen, was nicht beachtet wurde. Manche Insekten wie die Mauerbiene verschliessen ihre Höhle, wenn sie diese bezogen haben. Doch bisher habe ich in dem großzügigen Hotel nur unbewohnte Höhlen beobachten können. Vielleicht ist auch der Waldrand als Standort einfach nicht so passend, da sich in der näheren Umgebung im Bergwald bereits genug abgefallenes Holz, Dickicht, Böschungen und Sandhügel befinden. Die zentrale Aufstellung des Insektenhotels würde sich theoretisch gut dafür eignen das Interesse zufälliger Besucher für dieses wichtige Thema zu wecken.

Weit und breit kein Zimmer frei

In einem kleineren Insektenhotel bei einem Freund habe ich gesehen dass einige Käfer und Wildbienen dort ihr Heim hinter seiner Gartenhütte bezogen hatten. Doch ich selbst bin von den Insektenhotel-Bauwerken gar nicht so überzeugt. Wo man sie braucht, da stehen sie nicht und wo sie nicht notwendig wären, da findet man sie.

Meiner Meinung nach machen solche Hotels gerade dort Sinn, wo durch monotone Agrarflächen, Planwirtschaft oder Landschaftsversiegelung kein Raum mehr für den Unterschlupf der Insekten geboten wird. Am Waldrand oder in Gärten ist das normalerweise nicht so oft der Fall. Hier kann schon eine kleine Fläche, ein alter Baum, ein Holzstapel, die Hüttenrückseite Unterschlüpfe bereitstellen.

Chemische Gartenbelastungen für einheimische Insekten

Häufig ist es so, dass gerade der Chemieeinsatz den Tieren zu schaffen macht. Beispielsweise der Kunstdünger für den perfekten Rasen und anderer Mittel zur Wachstumsförderung nicht heimischer Pflanzen. Diese Mittel verdrängen das Wachstum wichtiger Wildkräuter. Solange mit künstlichen Mitteln gedüngt wird ist also selbst die Aussaat von Wildblumenmischungen und Bienenwiesen erfolglos. Neben chemisch gepäppeltem Rasen möchte dann auch keine Biene mehr in die großzügig bemessenen Hotelzimmer einziehen.

Selbst konnte ich tatsächlich auf meinen Wanderungen kaum irgendwo ein bewohntes Insektenhotel begutachten. Dies mag daran liegen, dass wir hier im ländlichen Bereich wohnen und die versehrten Insekten wie oben angesprochen noch ausreichende Rückzugsmöglichkeiten in der Natur vorfinden. In der Stadt mag das anders aussehen. Doch ich werde das Thema weiter beobachten und beim Spazierengehen oder Joggen kurz Rast machen und mir die Insektenabsteige interessiert ansehen.

Praktische Nisthilfen für Insekten

Für diejenigen, die tatsächlich Insekten ein Rückzugsrefugium offerieren möchten würde ich empfehlen eine Fläche vorzuhalten, die in natürlichem Zustand bleibt. Wenn man keinen Holzofen hat kann man vielleicht ein paar Tannenzapfen oder einige Hölzer und Baumscheite auf dem Balkon oder Garten ablegen. Doch ein Großteil der Insekten nistet sowieso im Boden. Locker aufgeschüttete teilsonnige Erdhügel werden gerne angenommen. Gute Erfahrungen habe ich mit den fertigen Bienensteinen von wildbiene.com gemacht. Diese beeinhalten Löcher in unterschiedlichen Größen. Bei der Aufstellung sollte man eine südliche Ausrichtung beachten und wenigstens im Umkreis auf chemische Behandlung von Boden und Gewächsen verzichten.

Improvisiertes Insektenhotel aus einer Holzscheibe. Durch den Bohrvorgang bilden sich manchmal Risse. Durch diese können Feuchtigkeit und Parassiten eindringen. Daher werden solche Gänge kaum besiedelt. Wird die Nisthilfe öfter nass, droht der gesammelte Nahrungsvorrat zu verschimmeln.
Mauerbienen legen in Holzröhren Niströhren an.
Vorbereitete Niströhren im Insektenhotel.
Florfliegen halten sich gerne zwischen lockeren Tannenzapfen auf. Sie vertilgen große Mengen an Blattläusen. Im Insektenhotel wurde ein entsprechender Bereich vorbereitet
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